Die Anwendung von Botulinum Toxin (Botox) hat sich im Feld der ästhetischen Medizin seit vielen Jahren  einen festen Platz erobert. Mimisch bedingte Falten, wie die Zornesfalten, Stirnfalten oder seitliche Augenfalten (Krähenfüsse), lassen sich damit sehr gut glätten. Auch ein runzeliges Kinn oder Oberlippenfalten können mit Botox behandelt werden. In einem gewissen Umfang ist es sogar möglich, die Mundwinkel oder die Augenbrauenposition anzuheben. Die Sicherheit der zugelassenen Botoxpräparate in den ästhetischen Indikationen, wurde in zahlreichen Studien und durch die große Zahl der bisher behandelten Patienten ausreichend belegt. Über die Wirkdauer von Botox bei der Therapie von Falten wurden ebenfalls viele Studien publiziert. Dabei konnte gezeigt werden, dass bei Verabreichung einer ausreichend hohen Dosis, eine Wirkdauer von ca. 4-5 Monaten beim Ersteingriff erzielt wird. Finden im Anschluss weitere Behandlungen statt, so erhöht sich die Wirkdauer sukzessive und kann einen Zeitraum von 6 Monaten und länger erreichen. Dazu sind aber mindestens 4-5 aufeinander folgende Behandlungen notwendig.

Auf dem Markt befinden sich in Deutschland derzeit drei zur Faltenbehandlung zugelassene Botoxpräparate. Die Einkaufspreise für die Präparate sind sehr hoch, was sich auch in den Behandlungspreisen niederschlägt. Daher muss man sich über die Angebote mancher Behandlungszentren  sehr wundern, die die Botoxbehandlungen geradezu zu Schleuderpreisen anbieten. Bevor man hier in die Ursachenforschung weiter einsteigt, muss man vorausschicken, dass es bei der Botoxbehandlung einen klaren Zusammenhang zwischen der Wirkdauer und der eingesetzten Dosis gibt. Das bedeutet für den Patienten, dass für eine Wirkdauer von 4 bis 5 Monate, eine gewisse Mindestdosis verwandt werden muss. Wird weniger injiziert, sinkt die Wirkdauer deutlich ab.

In unserer Praxis melden sich immer wieder Patienten, die sich über eine geringe Wirkdauer bei bereits erfolgter Behandlung in anderen Behandlungszentren oder Praxen beschweren. Meist berichten die Patienten über eine Wirkdauer von nur 2 Monaten der sogar darunter. Befragt man diese Patienten dann nach den bezahlten Preisen, so erlebt man meistens eine Überraschung. Der bezahlte Preis, lag deutlich unter dem üblichen Preis. Erklärt werden kann die kurze Wirkdauer dadurch, dass eine deutlich geringere Dosis gespritzt wurde, die zu der geringen Haltbarkeit führte. Das vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich also als Luftblase, da viel früher nachbehandelt werden muss. Die eingesetzten Kosten sind bei richtiger Kalkulation über eine Jahr sogar meist höher, als bei Verwendung einer korrekten Dosis. Doch dies ist vielen Patienten nicht bewusst, da sie nur die kurzfristig eingesetzten Kosten berücksichtigen.

Daraus ergibt sich aber oft ein weiteres Problem, da man Botox wegen drohender Antiköperbildung nicht in zu kurzen Abständen (Mindestens 4 Monate Abstand) injizieren soll. Viele der mit zu niedrigen Dosen behandelten Patienten, wechseln wegen Unzufriedenheit die Praxen und geben den letzten Zeitpunkt der letzten Botoxbehandlung nicht korrekt an, weil sie fürchten, dann nicht mehr behandelt zu werden. Werden diese Patienten von einem Arzt dann unwissentlich mit Botox behandelt, kann es passieren, dass es zu einer Antikörperbildung kommt und der Wirkstoff neutralisiert wird. Derzeit ist noch nicht völlig klar, ob diese Antikörper lebenslang aktiv sind oder nach einer längeren Therapiepause wieder verschwinden.

Als letzten Punkt muss noch die Verwendung von ausländischen Botox Präparaten aus China oder Korea diskutieren, die leider auch in manchen Praxen wegen niedrigen Einkaufspreisen eingesetzt werden. Diese Präparate haben in Deutschland keinerlei Zulassung und dürfen eigentlich nicht eigesetzt werden. Es gibt hier keine Produkthaftung. Dennoch finden diese Präparate über dunkle Kanäle Ihren Weg in den Markt und werden leider auch in einigen Zentren ohne Wissen der Patienten eingesetzt.

Als Ratschlag zur Botoxbehandlung kann man also geben, dass man bei vermeintlichen Schnäppchenangeboten eher vorsichtig sein und diese kritisch hinterfragen soll. Wenn eine ausreichend hohe Dosis eines in Deutschland zugelassenen Präparates eingesetzt wird, hat das seinen Preis. Es garantiert aber Sicherheit und eine ausreichend lange Wirkdauer. Mit weniger sollte man sich aus Rücksicht auf seine Gesundheit und seinen Körper nicht zufrieden geben.