Jeder von uns hat es schon mal erlebt und als sehr unangenehm empfunden. Verstärkte Schweißbildung, die manchmal deutlich sichtbar ist und auch mit unangenehmer Geruchsbildung einhergehen kann. Bei den meisten Menschen tritt dies nur in besonderen Situationen oder bei verstärkter Anstrengung wie z.B Sport auf. Für manche Personen ist dies aber jeden Tag die Regel. Sie schwitzen ohne erkennbare Ursache und Anstrengung. Man spricht dann von Hyperhidrose. Das verstärkte Schwitzen kann isoliert bestimmte Hautregionen wie Achseln, Händen, Füße, Kopf oder Rücken betreffen oder am ganzen Körper auftreten. Für die Betroffenen ist das sehr unangenehm und wirkt oft sozial isolierend. Man fühlt sich im Berufs-und Privatleben gehemmt und zieht sich zurück. Als Ursachen für verstärktes Schwitzen kommen viele Faktoren in Frage und es bedarf einer genauen Anamnese und Diagnostik, um den Ursachen auf die Spur zu kommen. Prinzipiell kommen Hormonverschiebungen (Wechseljahre, Schilddrüse), Tumorerkrankungen und Diabetes in Frage, die aber ein generalisiertes Schwitzen auslösen. Isoliert an einigen Körperstellen auftretendes Schwitzen,  ist oft Ausdruck einer Störung des sympathischen und parasympathischen Nervensystems.

Die sogenannte fokale Hyperhidrose, die also auf eine Körperstelle begrenzt ist, tritt oft im Rahmen der Pubertät auf. In manchen Familien kann man eine gewisse Vorbelastung finden, da auch Vater oder Mutter betroffen sind. Die Patienten berichten meistens einen typischen Verlauf mit Beginn in der Pubertät und dann über die Jahre zunehmende Verschlimmerung. Oft haben die Patienten schon einige Therapieversuche hinter sich, die von der Anwendung von Deos bis hin zur Medikamenten-einnahmen reichen.

Gerade bei verstärktem Achselschwitzen (axilläre Hyperhidrose) haben die Patienten Probleme im Berufsleben und müssen oft die Kleidung wechseln. Zudem kommt es durch die aggressive Schweißwirkung oft zur bleibenden Verfärbungen der Kleidung, die dann kurzfristig ersetzt werden muss. Das verstärkte Schwitzen an Händen und Füssen, ist für die Betroffenen nicht minder beeinträchtigend, da es im Berufsumfeld oft registriert wird und dann zu unschönen Reaktionen führen kann. Die Patienten suchen dringend Hilfe und haben meist auch schon mehrere Ärzte aufgesucht.

In unserer Praxis in Höhenkirchen bei München stellen sich meist Patienten mit axillärer Hyperhidrose vor, die dringend Hilfe suchen. Nach gründlicher Anamnese kann man den Patienten einige Therapieoptionen anbieten. Meist haben die Patienten aber schon einige Schritte durchlaufen und kommen mit Deos auf Rezept oder einer aufwendigen Iontophoresebehandlung nicht zurecht. Die Iontophorese ist gut für die Hyperhidrose an Händen und Füßen geeignet, da die Extremitäten leicht in das Bad mit Gleichstrom eingetaucht werden können. Bei der axillären Hyperhidrose ist die Methode nicht so gut wirksam. Bei schwerwiegender axillärer Hyperhidrose kann man den Patienten dann oft nur noch 4 Therapieoptionen anbieten. Die operativen Methoden der Schweißdrüsenab-saugung bzw. der thorakalen Sympathektomie, die Gabe von Medikamenten oder die Injektion von Botulinum Toxin.  Als Medikamente kommen Anticholinergika in Frage, die aber systemische Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Sehstörungen, Harnverhalt und Obstipation auslösen können. Daher lehnen sie viele Patienten nach kurzer Erprobungszeit ab

Die Injektion von Botulinum Toxin ist in der Neurologie bei der Therapie von Spasmen und in der ästhetischen Medizin zur Faltenglättung hinreichend bekannt. Das Medikament wirkt durch Hemmung der Signalübertragung auf den Muskel oder auch der Schweißdrüsen. Nach der Injektion kommt es innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Reduktion der erhöhten Schweißsekretion die 6 bis 8 Monate anhält. Die Injektion kann bei Bedarf wiederholt werden und ist für den Patienten im Achselbereich kein belastender Eingriff. Bei Therapie der Hyperhidrose an Händen und Füßen mit Botox, muss zuvor eine Lokalanästhesie durch geeignete Gele oder besser durch Injektionen durchgeführt werden, da die Injektion von Botox an den Händen und besonders den Fußsohlen sehr schmerzhaft sein kann.

Für viele Patienten stellt die regelmäßige Injektion von Botox einen gangbaren Weg da, da sie für viele Monate eine Erleichterung Ihrer Symptome haben und durch die lange Wirksamkeit nicht jeden Tag an ihr Problem erinnert werden. Gegenüber Methoden wie der Iontophorese, die in der Regel 1 bis 2 x pro Woche durchgeführt werden muss, bietet die Behandlung mit Botox eine große Zeitersparnis und Gewinn an Lebensqualität.